Wer übernimmt die Kosten?

Je nachdem, wie Sie krankenversichert sind, ist ein anderer Kostenträger für die Kostenübernahme zuständig. Da sich der Ablauf der Bewilligung und auch die Chance der Kostenübernahme je nach Träger unterscheiden, gebe ich hier einen kurzen Überblick.

Privat Versicherte

Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten für eine Psychotherapie bei approbierten psychologischen Psychotherapeut*innen. Nach den ersten fünf probatorischen Sitzungen, welche der Diagnostik dienen, wird ein Antrag auf die Kostenübernahme weiterer therapeutischer Sitzungen bei Beihilfe und/oder Krankenkasse gestellt und für gewöhnlich auch bewilligt.

 

Berufsgenossenschaften

Auch die Berufsgenossenschaften rechnen mit privaten Psychotherapiepraxen ab, sofern ein beruflicher Unfall zu den Beschwerden geführt hat. Die Kostenübernahme ist jedoch nur nach vorheriger Absprache möglich. Erkundigen Sie sich daher frühzeitig bei der für Sie zuständigen Berufsgenossenschaft nach den Optionen der Kostenübernahme.

 


Bundeswehrangehörige

Auch die Bundeswehr übernimmt nach Prüfungen eines Antrags die Kosten für eine Psychotherapie. Der Antrag wird nach Abschluss der Diagnostik in den ersten fünf probatorischen Sitzungen gestellt. Vorab ist zur Bewilligung dieser fünf Diagnostiksitzungen nur der von den zuständigen Truppenärzt*innen ausgefüllte Sanitätsvordruck zur Kostenübernahmeerklärung (San/Bw/0218) notwendig.

 

Bundespolizei

Die Heilfürsorge der Bundespolizei übernimmt in aller Regel ebenfalls die Kosten für die Behandlung in einer privaten psychotherapeutischen Praxis. Hierzu benötigen Sie zunächst eine hausärztliche Überweisung für die diagnostischen Sitzungen. Im Anschluss wird die Therapie bei Ihrem Kostenträger beantragt.

 


Gesetzlich Versicherte

Ich darf als private Praxis leider nicht direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Es besteht allerdings die Chance einer Kostenerstattung: Ihre Krankenkasse ist nach §13 Abs.3 SGB V verpflichtet, Ihnen eine Psychotherapie bei approbierten Psychotherapeut*innen zu erstatten, auch wenn diese in einer Privatpraxis arbeiten und nicht in der vertragsärztlichen Versorgung tätig sind, sofern Sie nachweisen können, dass Sie keinen Therapieplatz bei einer Kassenpraxis in zumutbarer Wartezeit und angemessener Entfernung bekommen. Der Weg der Kostenerstattung ist in den vergangenen Jahren stark eingeengt und steinig geworden, aber nach wie vor nicht unmöglich – sollten Sie sich dafür entscheiden den Versuch zu wagen, unterstütze ich Sie gern. Weitere Informationen finden Sie hier https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=619&token=826f55103ab5b353fedf1b3b0688cab1511a1514 (externer Link)

 

Selbstzahler*innen

Selbstverständlich können Sie Ihre Behandlungskosten auch selbst tragen. Sollten Sie sich dazu entschließen, sind weder Antrag noch weiteren Formalitäten mit Versicherungen notwendig. Ich richte die Kosten für meine Leistungen nach der aktuellen Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).

 

Die Kosten für Psychotherapie können als Krankheitskosten unter der Rubrik „außergewöhnliche Belastungen“ steuerlich geltend gemacht werden. Unter Umständen benötigen Sie hierzu für das Finanzamt noch eine ärztliche Überweisung.